Rosentouren

Im Tal der Rosen, Bulgarien 2018

Anfang Juni bin ich ins Tal der Rosen nach Bulgarien gereist. Nahe dem Ort Kazanlak, etwa 200 km von der Hauptstadt Sofia entfernt, erstreckt sich ein malerisches Tal mit kilometerlangen Rosenfeldern in rosa und weiß. Hier werden seit hunderten Jahren Damaszener- und Alba-Rosen zur Rosenölgewinnung angebaut. Aus der Sorte „Kazanlak“ (Trigintipetala), auch „Bulgarische Ölrose“ genannt, wird wertvolles Rosenöl, das teuerste ätherische Öl der Welt, destilliert. So wertvoll, dass angeblich einige Tonnen Rosenöl in der bulgarischen Nationalbank eingelagert sind.
Optimale Reisezeit, um die blühenden Rosenfelder zu sehen, ist Anfang Mai bis Anfang Juni, wo die Pflücksaison ihren Höhepunkt erreicht. Im Zuge der Reise durfte ich eine biologische Rosengärtnerei, eine Rosenöl-Destillerie und einen Rosenprodukte herstellenden Betrieb besichtigen und auch selbst Rosen pflücken …
Für die Produktion von 1 kg Rosenöl werden 3 bis 5 Tonnen Rosenblüten benötigt. Da der Ölgehalt am Morgen am höchsten ist, beginnt die Ernte bei Sonnenaufgang. Wenn die Sonne ihre volle Kraft entfaltet, sind die Blüten bereits in der Destillerie und die Felder leer gepflückt, also grün, blütenlos. Gegen Abend färben sie sich langsam wieder rosa. Das muss man wissen, sonst ist man enttäuscht. Der Duft im Rosenfeld ist berauschend! Tage später noch, wenn die selbstgepflückten Rosen bereits vertrocknet sind, verströmt mein Rosenkörbchen noch immer den berauschenden Damaszenerrosen-Duft.

Am ersten Juni-Wochenende findet in Kazanlak das Rosenfestival mit Umzug statt: eine Parade historisch gekleideter bzw. mit (Kunst-)Rosen geschmückter Gruppen und Vereine. Kazanlak ist an diesem Wochenende voller Touristen, vor allem Japaner und Asiaten. Viel Kitsch, Plastikrosen und Blumenkränze, Rosenkosmetik und vereinzelt auch Rosenhandarbeiten gibt es an den Ständen zu kaufen.

Fast hätte ich es vergessen: es gibt in Bulgarien nicht nur Rosen, sondern auch großartige Kulturdenkmäler: thrakische Königsgräber und Goldschmuck, wunderschöne Altstadt-Bürgerhauser und ein römisches Amphitheater in Plovdiv, das UNESCO-Weltkulturerbe-Kloster Rila vor einer gewaltigen Bergkulisse …

Die Reise zu den Rosen Bulgariens wird von Oliva Reisen angeboten (Begleitung durch den Gartenexperten Roman Malli).


Rosarium Sangerhausen, Deutschland 2017

Mitte Juni 2017 habe ich das Europa-Rosarium Sangerhausen in Sachsen-Anhalt besucht – einzigartig und überwältigend! Auf dem rund 13 ha großen Areal wachsen und blühen etwa 8.600 Rosenarten und -sorten und laut Rosarium-Angaben stehen dort 80.000 Rosenstöcke.
Die größte Wildrosensammlung der Welt hat es mir besonders angetan, die Damaszenerrosen zogen mich mit ihrem starken Duft magisch an. Erstmals habe ich eine Grüne Rose gesehen, eine nahezu Schwarze Rose und auch viele Moosrosen. Unzählige Rosensorten, die bereits vor 1900 gezüchtet wurden, stehen in Reih und Glied nebeneinander. Bei einem Tagesbesuch kann man nur einen Bruchteil genauer betrachten. Echte Rosenfreunde sollten vielleicht zwei Tage einplanen und eine Pause im Rosencafé einlegen, wo es köstliche Rosenmehlspeisen gibt.
Nach sechs Stunden durchgehender „Wanderung“ und hunderten Fotos war ich durch die Hitze geschafft. Ich habe im Selbstbedienungsrestaurant Rast gemacht mit direktem Blick von der Terrasse auf den Rosengarten und mir zum Abschluss eine Kugel Roseneis gegönnt.
Im angebundenen Shop gibt es neben unzähligen Geschenkartikeln mit Rosendekor auch einige Rosenraritäten zu kaufen. Leider etwas eingeschränkt. So habe ich mit zahlreichen Rosen-Wünschen und fünf Neuerwerbungen die Heimreise angetreten.
Ende Mai bis Mitte Juni ist die erste Hauptblüte und daher die optimale Anreisezeit. Jeder Rosenliebhaber sollte einmal dort gewesen sein. Sehr lehreich sind die zahlreichen grünen Schilder, auf denen die jeweiligen Rosenklassen ausführlich beschrieben sind.
Genächtigt haben wir in einer netten Privatpension direkt in Sangerhausen am Rosarium (Hotelpension am Rosarium), die ich sehr empfehlen kann. Der Ort Sangerhausen ist beschaulich klein. Im wirklich guten Restaurant George sollte man abends reservieren.
Sangerhausen, ich komme wieder. Es gibt noch so viele Rosen, die ich nicht gesehen habe. Und nächstes Mal möchte ich unbedingt an einer Führung mit den Rosenexperten teilnehmen. Vielleicht im Herbst zur Nachblüte.
Weitere Informationen hier.


Alhambra, Granada/Spanien 2016

Eine Damaszener-Rosensorte trägt den Namen „Rose de alhambra“ … Nicht ohne Grund. Das riesige Areal der Alhambra ist mit hunderten – oder tausenden? – Rosenstöcken, Strauch- und Beetrosen bepflanzt. Gleich beim Eingang hat sich mein „Rosenvirus“ bemerkbar gemacht. Ich konnte nicht aufhören zu fotografieren. Während der Großteil der Besucher die beeindruckenden Gebäude knipste, verbrachte ich Stunden damit, einen winzigen Teil der in voller Blüte stehenden Rosen zu fotografieren. Alle paar Meter entdeckte ich eine noch schönere Sorte, einen Rosenbogen, Rosenwände …
Ende Mai/Anfang Juni ist ein optimaler Zeitpunkt für diese Tour. Tausende Rosen sind in Vollblüte und Andalusien ist noch wunderbar grün …


In der Bourgogne, Frankreich 2016

In der französischen Region Burgund gibt es unzählige Schlösser, Burgen und sakrale Bauten, alle von malerischen, alten Rosen umrankt …
Hier ein paar Eindrücke der kurzen Fahrt durch die Bourgogne.


Gartenbaumesse in Tulln, Österreich 2016

Bei der alljährlichen Leistungsschau der österreichischen Gärtner und Floristen wurden in Tulln laut Veranstalter rund 200.000 Blumen kunstvoll arrangiert – ein Meer aus Farben und Formen. Die  Messe stand heuer unter dem Motto „Eine florale Weltreise“, die Haupthalle war den Kontinenten und da vielen landestypischen Blüten gewidmet. Eine weitere Halle wie immer voll wunderschöner Rosengestecke. Auch dem österreichischen Gemüse wurde ausreichend Platz gewidmet …


Rosenfest im Kurpark Bad Sauerbrunn, Österreich 2016

„Gut beHUTet“ lautet das Motto des jährlich Anfang Juni stattfindenden Rosenfestes im Kurpark von Bad Sauerbrunn im Burgenland.
Neben Kunst & Design, Rosen-Accessoires und Rosenpflanzen gab es vielerlei Kulinarisches und natürlich eine Blütenpracht im Kurpark-Rosarium. Ein Fest für alle Sinne, im Mittelpunkt stehen natürlich die Rosen des Kurparks.
Mehr über das Rosarium hier.


Rosenfest mit Rosenkorso in Steinfurth/Bad Nauheim, Deutschland 2014

Rosenfelder soweit das Auge reicht rund um Bad Nauheim, wo alle zwei Jahre (an geraden Jahren) Mitte Juni das traditionelle Rosenfest gefeiert wird. Die Schau findet im ältesten Rosendorf Deutschlands in Steinfurth, einem Ortsteil von Bad Nauheim, statt.
In einer Rosenschau sind hunderte, wenn nicht sogar tausende, Rosensorten zu begutachten: frisch geschnitten, in Vasen präsentiert, beschriftet und nach Farbnuancen geordnet. Eine derartige Fülle von Düften und Farben habe ich nie zuvor gesehen.
Zudem sind großzügige Tafeldekorationen zu diversen Anlässen, Rosenkleider, Rosenbögen und allerlei Installationen aus und mit Rosen zu sehen.
In einem einzigartiges Rosenmuseum in einem ortstypischen kleinen Häuschen wird die Geschichte der Rose präsentiert. Unzählige Verkaufsstände locken mit Rosenprodukten. Meine Ausbeute war beachtlich! 😀
Der krönende Höhepunkt des dreitägigen Festes findet am letzten Tag (Sonntag) statt: der Rosenkorso. Zahlreiche, wunderschön mit Rosen geschmückte, Themenwägen ziehen durch den Ort, voran die Rosenkönigin.
Weitere Informationen hier.